ENDE…Mehr als ein Jahr China, und was gibt es abschliessend zu sagen? Diese fast 13 Monate war atemberaubend, jeden Tag aufs Neue beeindruckend und haben mich vor allem persoenlich sehr vorangebracht. Das klingt nach Friede, Freude, Eierkuchen?! Sicher nicht. Es gab und gibt noch immer viele Probleme in der Volksrepublik. Postive und negative Eindruecke wechseln sich ab, Tag fuer Tag. China ist oft anstrengend, ermuedend, auszehrend und … doch am Ende alle Muehen wert gewesen. Macht euch selbst ein Bild! Auf bald, irgendwo… Euer Tobi PS: Irgendwelche Fragen, einfach Mail an welte.tobias@gmail.com senden. |
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Comin’ home… Naja, fast :-).Neulich ging es ‘mal fuer einen kurzen WE-Trip in die Heimat. Deutschland fuer zwei Tage?! Nicht ganz, aber Xiamen ist ja schliesslich auch irgendwie Heimat. Ein 1/2 Jahr in einer Stadt studiert, da lebt man sich schon ein… War aber echt klasse, die gewohnte Umgebung ohne Stress in Sachen Pruefungen oder Praktikumssuche vollends geniessen zu koennen. Und es gibt dort noch immer den garantiert besten Mojito Chinas. Wo, wollt ihr wissen? Na dann fragt mal Simone & Jutta vor Ort… |
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Wie geht’s hier bitte nach Peking…?Nachdem das Problem mit meinem (beinahe) abgelaufenen Visum geloest war, stand dem Wochenend-Trip nach Peking eigentlich nichts mehr im Wege – selten so gelacht! Ich hatte meinen Flug auf Freitag, 16:20 Uhr, gebucht. Gut, waehrend der Arbeitszeit, doch in der Regel war es kein Problem, kurzfristig einen halben Tag Urlaub zu bekommen. Just an diesem Tag waren die monatlichen Finanzzahlen verfuegbar, eine Menge Arbeit wartete auf uns. Daher: Anrufen, Flug verschieben (nun 21:05). Gegen 19 Uhr war mir klar, das wird noch immer nichts –> Flug verschieben (nun 21:55). Irgendwann war dann alles fertig und ich sass zufrieden und voller Vorfreude in der Subway Richtung Hongqiao Airport. Schock: Reisepass im Buero vergessen. Schnell aussteigen und mit Taxi-”Bleifuss” zurueck ins Buro. Mir wurde aber irgendwann klar, dass der Verkehr in den Abendstunden einfach zu zaehfluessig war und wir das unmoeglich rechtzeitig schaffen konnten. Daher: Flug verschieben. Leider war nunmehr nur noch ein Flug am fruehen Sa. Morgen verfuegbar. Enttaeuschung machte sich breit. Doch irgendwie schaffte es der Taxifahrer, eine Abkuerzung zu finden und uns nach einem Abstecher ins Buero wieder rechtzeitig auf die Autobahn zurueckzubringen. Daher: Flug umbuchen, “Ich fliege jetzt!” Auf der Fahrt Richtung Hongqiao Airport, Anruf des Reisebueros: Keine Fluege mehr, nur noch ab Pudong Airport (Shanghai Flughafen Nummer 2). Panik, doch immer noch zu schaffen, wir kehren um. Eine halbe Stunde spaeter, Anruf Reisebuero: Keine Fluege mehr, doch Hongqiao Airport. Panik und Stinkwut, so werde ich den Flug auf keinen Fall schaffen. Natuerlich hatte ich mich insgesamt auch nicht besonders clever verhalten, aber wenn die Mitarbeiter unfaehig sind, die Flugdaten zu lesen… Die Zeit rennt, ich muss nach Pudong fahren und vor Ort versuchen, doch noch auf einen anderen Flug zu kommen. Vor Ort, kaum noch Hoffnung, irgendwie nach Peking zu kommen… Aber: Am naechstbesten Schalter nach der Moeglichkeit einer Umbuchung angefragt; Reisepass, 2 min. warten, ich habe mein Ticket in der Hand. Unfassbar! Und dann geht’s ab nach Peking. Ah, uebrigens, Peking war wirklich schoen. Bestes Wetter, Ausfluege und Entspannung, so muss ein Wochenend-Trip sein! |
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One more time… VISUMEnde Juli, ein neues Visum muss her. Nichts leichter als das. Schnell die erforderlichen Dokumente zusammenstellen, auf das entsprechende Amt, eine kleine Gebuehr entrichten und fertig. Na denkste… Zur Verlaengerung meines aktuellen Visums benoetigte ich in erster Linie die Company Licence meiner Firma im Original zur Vorlage auf dem Visumsamt. Die Company Licence ist nichts geringeres als das wichtigste Dokument der Firma, die Grundlage jeglicher unternehmerischer Taetigkeit in der Volksrepublik. Darauf vermerkt ist die Investitionssumme der betreffenden Unternehmung in China. Diese Summe wiederum entscheidet, wie “wohlwollend” ein Visumsantrag bearbeitet wird… Natuerlich hatte ich – nachdem ich die Company Licence bekommen hatte und mich auf den Weg machen wollte – meine Polizeiregistrierung und Passfotos zu Hause vergessen… Natuerlich ging mir dann langsam aber sich die Zeit aus, Aemter haben schliesslich Oeffnungszeiten. Natuerlich ging mir auch insgesamt die Zeit aus, mein Visum war schon beinahe abgelaufen – also schnell aufs Amt. Natuerlich brach in dieses Moment ein Unwetter ueber Shanghai herein. Natuerlich hatte ich in der Eile keinen Regenschirm eingesteckt. Und natuerlich wurde die Company Licence nass. Horror… Aber nun gut, im Endeffekt (so dachte ich jedenfalls) wurden alle Dokumente akzeptiert und das neue Visum vorbereitet – dauert ja alles seine Zeit. Auch das Problem mit der Company Licence liess sich loesen, die Kollegen sehen bei der Rueckgabe ja nicht immer so genau hin Zwei Tage spaeter… Ein Anruf der Polizei auf meinem Handy. Zur Beantragung eine neuen Visums wird – wie bereits erwaehnt – eine Polizeiregistrierung benoetigt. Diese ist bei Wechsel des Wohnorts oder Wiedereinreise in die VR zu erneuern. Da ich in der Vergangenheit auf die Erneuerung dieses Dokuments verzichtet hatte – stets aber problemlos ein neues Visum erhielt -, hatte ich auch im aktuellen Fall eine veraltete Registrierung vorgelegt. Diese war faelschlicherweise akzeptiert worden. Nun aber hatte man den Fehler bemerkt und bat mich, auf der Polizeistation meine Daten zu erneuen und fuer eine neue Polizeiregistrierung zu sorgen. Zur Erneuerung benoetigte ich allerdings meinen Reisepass – und der befand sich natuerlich auf dem Visumsamt. Ohne erneuerte Polizeiregistrierung bekam ich allerdings kein neues Visum. Den Pass abzuholen war wiederum unmoeglich, dann wuerde ich mich illegal & ohne gueltiges Visum in einer kommunistischen Diktatur aufhalten. Sicherlich kein Zuckerschlecken… Nun gut… a long story short. Dank meiner Mitbewohner, die nebenher eine kleine Visa Agency betreiben, konnte ich auf Grundlage einer Passkopie eine neue Polizeiregistrierung erhalten und eine Woche spaeter gluecklich meinen Reisepass inkl. aktuellem Visum in Haenden halten. Noch einmal Schwein gehabt… Aber Leute, eine Bitte: Registriert euch ASAP, ist kein grosser Aufwand und spart eine Menge Aerger. |
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F***, die Paesse – 1 Tag in NanjingEs haette (jaa, haette…) ein ausgedehnter Wochenendtrip nach Nanjing (1,5 Zugstunden von Shanghai entfernt) werden sollen, wenn, ja wenn wir beiden Knallkoeppe unsere Reisepaesse nicht vergessen haetten. Auch in China ist es naemlich so, dass ein Einchecken ins Hotel ohne Reisepaesse unmoeglich ist. Ein kurzfristiges “Betteln” auf couchsurfing.com half ebenso wenig, der Wochenendtrip musste eingedampf werden. Egal!! Nanjing hat eigentlich keine bedeutenden Sehenswuerdigkeiten zu bieten. Weder der malerische “Schwarzer-Drachen-See”, noch die beeindruckende Stadtmauer aus der Ming-Dynastie hatten uns nach Nanjing gelockt. Wir hatten den Weg vielmehr aus geschichtlichem Interesse auf uns genommen: Der Name “Nanjing” steht fuer eine der groessten Graeueltaten des 2. Weltkrieges: Nach Besetzung der Stadt durch japanische Soldaten im Dezember ‘37 veruebten die kaiserlichen Truppen ein Massaker, dem binnen sechs Wochen rund 300,000 Menschen zum Opfer fielen. Bis zum heutigen Tage belastet dieses Kriegs-Verbrechen, fuer das sich Japan nach wie vor nicht entschuldigt hat, die sino-japanischen Beziehungen. Nach dem Besuch der Massaker-Gedaenkstaette war uns sowieso nicht mehr nach Urlaubserholung zumute, die Heimreise wurde umgehend angetreten… |
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Tipps III- Brille/Kontaktlinsen Keine Sorge: Es ist ueberhaupt kein Problem, sich in China Brillen oder Kontaktlinsen zuzulegen. Optiker gibt es wie Sand am Meer! Im Gegenteil: Ein Brillenkauf ist denkbar einfach. Kurz zum Brillenmarkt (Auswahl: Tausende Gestelle), fix ausgesucht, Staerke ausmessen lassen (mittels “alter” Brille), verhandeln (10% des Anfangspreises – dreiste Chinesen…), eine halbe Stunde warten und … fertig. Kostenpunkt: Rund 25 EUR. Naa, neidisch?! Zu Recht! - BUS Neben dem Taxi ist der Bus das wichtigste – und weitaus guenstigere – Transportmittel in China. Mit 1 bis 2 Kuai (umgerechent zwischen 15 & 30 EUR-Cent) ein Mal durch die ganze Stadt fahren – kein Problem. Bushaltestellen, Busbahnhoefe und Linien gibt es en masse. Allein in Shanghai werden mehr als 2,000 Strecken befahren. Und Fahrplaene? – Fehlanzeige. Lediglich Busnummer, erste und letzte Fahrt sind angegeben. Die Busse verkehren ansonsten im Minutentakt. |
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Kate Miller-Wer?
Das vergangene Wochenende waere eigentlich nicht der Rede wert gewesen. Die uebliche Beschaeftigung eben: Sport, Ausfluege, Party & Entspannung. Wenn, ja wenn sich nicht am vergangenen Samstag noch ein interessantes Zusammentreffen ergeben haette. Wir waren mit Freunden auf ein gemuetliches Glas in der 泰康路(Tai Kang Lu, schmuckes Kuenstlerviertel mit kleinen Bars und Restaurants) verabredet. Nach einiger Zeit kam ein australisches Musikerehepaar hinzu, das sich mehr oder minder unaufgefordert breit machte und Teil der Runde wurde. Die anfaengliche Verwunderung wich schnell, wir kamen ins Gespraech. Die Beiden hatten auf der Eroeffnung des australichen Expo-Pavillions gespielt und waren nun – kurz vor ihrem Abflug in die USA (5 Wochen Tour) – auf der Suche nach ein wenig Gesellschaft gewesen. Wir verstanden uns auf Anhieb und haben uns bis spaet in die Nacht ueber Gott und die Welt unterhalten… Ein anschliessendes Wikipedia-Studium ergab: Kate Miller-Heidke hat bereits Nummer 1-Hits in den australischen Charts gelandet! Das ist eben Shanghai… |
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EXPO: 1st day
Am Wochenende war es endlich so weit: Mein 1. Tag auf der EXPO. Und der 1. Eindruck: Ich bin zugleich begeistert und enttaeuscht worden. Begeistert vor allem von der architektonischen Vielfalt der Expo-Pavillions und insbesondere vom Innenleben der deutschen Repraesentation. Den Machern ist es wirklich gelungen, ein breites Spektrum deutschen Lebens und deutscher Kultur in die chinesische Metropole zu transportieren. Von einer Luftaufnahme Furtwangens, ueber die schwaebische Sauschwaenzlebahn bis hin zu deutschen High-Tech Innovationen (Siemens & Co.) und Berliner Musikszene – fuer jeden ist etwas dabei. Gott sei dank konnten wir die Wartezeit (an schlechten Tagen bis zu 6 h) durch zaehes Nachfragen und dem Hinweis “Ich bin bei Henkel!” auf wenige Minuten verkuerzen, Glueck gehabt…! Enttaeuschend war allerdings das Innenleben vieler anderer Pavillions. Ob Spanien (ein mechanisches Riesenbaby), USA (Obama forever!), Estland (eine Ansammlung riesiger Sparschweine), Nordkorea (”Paradise for People”) oder Monaco, mehr als Videopraesentationen war nicht geboten. Nach mehr oder minder langen Wartezeiten ein echter “Griff ins Klo”. Daher: EXPO – ein Muss, aber Pavillions sorgfaeltig auswaehlen! |
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Tipps II – Taxi
Taxi fahren ist in China eine komfortable und auch fuer “Studis” erschwingliche Alternative, um von A nach B zu kommen. Je nach Groesse und Bedeutung der Stadt variieren die Startpreise der Taxen zwischen 5 und 12 Yuan. In der Regel kommt dann ab dem 3. Kilometer ein Aufschlag von einem Yuan pro Kilometer hinzu. Abends (zumeist aber 11 Uhr) erhoehen sich Grundpreis und Kilometertaktung noch einmal. Auch diese Preise sind allerding von Stadt zu Stadt verschieden. Wichtig ist, dass ihr darauf achtet, mit einem Taxameter zu fahren. Lasst euch auf keine faulen Deals ein, ihr zieht natuerlich immer den Kuerzeren. Sollte der Taxifahrer sich einmal dagegen weigern oder sonstige Spielchen versuchen, droht mit der Polizei. Den sofortigen Verlust seiner Lizenz kann sich kein Fahrer leisten… Eine guenstigere Alternative bieten die Motorrad-Taxen, die an vielen oeffentlichen Orten, insbesondere Metro-Stationen, zu finden sind. Da diese Fahrer natuerlich ohne Lizenz (und Helm fuer Mitfahrer…) operieren, ist es unerlaesslich, um den Preis ein wenig zu feilschen. Leider ist es trotzdem nicht moeglich, aehnlich guenstige Preise wie die Chinesen zu erzielen. Grund: “Wenn ich mit einem Chinesen auf dem Motorrad einen Unfall habe, stellt das kein allzu grosses Problem dar. Aber bei ‘laowais’ kann ich doch in arge Schwierigkeiten kommen.” Daher: Preisaufschlag!
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Entspannung mit Usain BoltDas vergangene Wochenende war eher unaufgeregt. Nachdem die Tage zuvor doch recht herb gewesen waren, war Erholung angesagt. Freitags gemuetlich BBQ essen, ein wohlverdientes Bier und endlich einmal frueher ins Bett. Am Samstag stand Englischunterricht (man will ja ‘was dazuverdienen), Sport und abends lecker indisch Essen gehen auf dem Programm. Abgerundet wurde der Tag schliesslich von einem Besuch im “Logo”, einer kleinen, “versifften” Bar, die richtig Laune gemacht hat (ein grosses “Gezapftes” fuer 30 Kuai – ein echtes Shanghai-Schnaeppchen). Das eigentliche Highlight des Wochenendes wartet am Sonntag auf uns: Diamond League Meeting im Shanghai Stadium, Usain Bolt & Co. im Reich der Mitte. Nachdem wir uns kurzfristig Karten auf dem Schwarzmarkt besorgt hatten (Preis: umgerechnet gut 3 Euro), konnten wir die grossen Stars bei gutem Wetter und angenehmen Temperaturen entspannt geniessen… |
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